Wieviel Photoshop ist erlaubt Teil 1

Meine Bilder nehme ich grundsätzlich im RAW Format auf, daher ist bei mir kein Bild wirklich „Out of Cam“, sondern mindestens in Lightroom entwickelt. Ich habe zwar nur wenig Erfahrung mit analoger Fotografie, doch damals habe ich auch keinen 36er Film aus der Kamera gezogen, um mich an der Realität der Abzüge zu ergötzen, sondern Filme und Labore nach den gewünschten Ergebnissen ausgewählt.

Mir geht es eigentlich nie um Objektivität, sondern darum, das was ich an einer Location beeindruckend finde abzubilden. Deshalb gestalte ich das Bild schon durch die Wahl der Brennweite, eines ansprechenden Ausschnitts, der passenden Blende, des Weißabgleichs etc. so, wie ich es möchte. Ich lenke den Blick des Betrachters gezielt auf das, was mir wichtig ist. Genau das macht für mich ein gutes Foto aus.

Kurios finde ich, dass es Leute gibt, die Bildbearbeitung völlig ablehnen und gleichzeitig kein Problem damit haben, z.B. in der Städtefotografie belebte Plätze mittels eines Graufilters optisch „leerzufegen“.
Im Prinzip ist es das Gleiche, nur unterschiedlich gelöst. Ich habe keine Lust, darüber zu urteilen, welcher Weg besser ist
.
Ich selber versuche, so viel wie möglich fotografisch zu lösen. Was schon so auf dem Sensor ist, wie ich es möchte, braucht nachher nicht mehr am Rechner erledigt werden und statt die Nächte am Rechner zu verbringen, schlafe ich aus oder mache bereits die nächsten Fotos. Außerdem halte ich es für sicherer, denn ich sehe bereits, was ich bekomme.
Deshalb ziehe ich Grauverlaufsfilter vor der Kamera dem digitalen Verlaufsfilter vor, zumal ich die Bedienung in Lightroom und Photoshop alles andere als komfortabel finde.Das können andere definitiv besser als ich.
Eine andere Lösung wäre eine Belichtungsreihe, kurz HDR oder Bracketing. Dazu greife ich aus den oben genannten Gründen allerdings nur, wenn es fotografisch mit Filtern nicht zu lösen ist, z.B. wenn einzelne Fenster überstrahlen, was bei Landschaftsaufnahmen allerdings selten vorkommt.
Störende Elemente wie Pfosten, Pfähle und Masten versuche ich eigentlich, in den Bildaufbau zu integrieren oder durch den Bildausschnitt gar nicht erst mit aufzunehmen. Manchmal ergeben sich jedoch auch da Interessenkonflikte, dann habe ich auch kein Problem damit, so etwas zu retuschieren.
Außerdem ist es oft leicht gesagt: Ich löse das fotografisch!“. Gerade im Weitwinkelbereich ist es oft schwer, den eingefangenen Bereich auf einem 3- Zoll Display korrekt zu beurteilen. Da fällt einem manches gar nicht auf, was der hochauflösende Sensor später am HD- Monitor zu tage bringt. Klar, hilft da Talent und Übung, aber auch einem Weltfußballer versprengt schonmal ein Ball.

Auch Schatten können ein Fall für eine Retusche von mir sein und damit möchte ich diesen ersten Teil auch abschließen: In diesem Fall störte mich der Schatten des Zaunpfahls im Bild, den ich auch nicht dadurch lösen wollte, dass ich ihn mit auf das Bild nahm. Also habe ich es so fotografiert und mich dazu entschlossen. den Schatten nachträglich in PS zu entfernen:

Ausgangsbild
Ausgangsbild
Schatten entfernt
Schatten entfernt

Im nächsten Teil geht es dann um meine (derzeitigen) „don’t’s in der Bildbearbeitung.

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